Vorworte

Wolfgang Moosbrugger

Vorwort des Obmanns

Sehr geehrte Damen und Herren!

Bei Raiffeisen ist auch vieles nicht mehr so wie es war, und das ist gut so.

Bei Veränderungen sind wir nicht immer die Schnellsten. Geprägt von der Tradition „Bewusst.Raiffeisen“ und den gelebten Werten wie Mit.Einander, Für.Einander, Im.Vertrauen, uvm. spürt man in Diskussionen eine gewisse Resistenz der Mitglieder, die nach wie vor auf Beharrlichkeit und Stabilität pochen.

Bewusst.Raiffeisen – Die Kraft der Idee

Vor acht Monaten noch wurden die Werte „Bewusst.Raiffeisen“ gerne preisgegeben und wohlwollend aufgenommen. Auf Basis der jahrzehntelangen Erfahrung haben wir uns mit wiederkehrenden Themen beschäftigt, die uns auf dem Markt Erfolg versprachen. Die Vielfältigkeit der Themen war unter anderem geprägt von Kundenorientierung, Prozessoptimierung, Vertriebskompetenz und Kostensenkung. Diese wurden einerseits mit viel Enthusiasmus entwickelt und umgesetzt, andererseits als gelebte Bewusstseinsbildung begleitet.

Heute ist vieles nicht mehr so, wie es war

Die aktuelle Situation stellt die gesamte Wirtschaft vor völlig neue Herausforderungen. Was bedeutet das für uns, und was lernen wir daraus? Wie können wir uns darauf einstellen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein? Was verleiht uns Stabilität, und wo ist Flexibilität gefragt?

Jetzt ist die Zeit, bewusst zu machen, was uns verbindet: „Wir sind überall.“

Daraus ergibt sich die große und einzigartige Chance, zu den Gewinnern der Veränderungen zu werden. Jedes Unternehmen, das seine Kunden immer und überall „servicieren“ kann, wird zu den Besten gehören. Fachliches Know-how wird vom Kunden längst vorausgesetzt. Vielmehr ist jetzt Flexibilität und Innovationskraft gefragt. Es geht darum, jede Geschäftschance als „Bewusst.Raiffeisen“ zu nutzen. Niemand verfügt über ein solch großes Netzwerk wie „Raiffeisen: Du und Ich.“

Die Optionen der Zukunft sind längst da.

Das Reden von der Krise ist wohl zur Floskel geworden, man kann es aber auch anders ausdrücken: Die Krise drängt uns dazu, andere Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen.

Die Möglichkeiten müssen nicht neu erfunden werden, sie sind alle da. Ihre Ursachen liegen in dem was war. Ihre Lösung zeigt sich in dem, was entstehen wird. Inwieweit die Kompetenzen und Fähigkeiten der Unternehmen und Organisationen auch anders als bisher eingesetzt werden können, erfordert den Willen über den Tellerrand hinauszuschauen sowie die eigene Komfortzone zu verlassen.

Dienstleistungsorientierung

Wie groß und wie weit soll das künftige Spektrum Dienstleistung gehen. Wo beginnt und wo – falls überhaupt – endet die Dienstleistung?  

Das Giebelkreuz in schwarz-gelb sowie gelb-grün verkörpert Sicherheit und Vertrauen, denn die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt. Gerade als „Bewusst.Raiffeisen“ gibt es in sozialen, gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Bereichen eine Vielzahl an Geschäftsfeldern, die vielleicht bis heute noch nicht angedacht sind. Der Markt, der Kunde gibt es vor – anders als bisher!

Unternehmerische Flexibilität – geeignete Akteure

Was künftig zählt sind unsere branchenübergreifenden, genossenschaftlichen Netzwerke, die autonome unternehmerische Flexibilität, das Verständnis für unsere Kunden (Mitglieder) und die Bestellung geeigneter „Akteure“ als Führungskraft, Chef, Manager oder Unternehmer.

Akteure, die unabhängig ihrer „technischen“ Ausbildung ein großes Interesse haben, Menschen zu bewegen, mit ihnen gemeinsame Ziele zu erreichen, sie stetig als Persönlichkeit zu begleiten, mit ihnen zu diskutieren, mit vorausschauendem Denken einen gemeinsamen Weg zu bestimmen und letztlich zu menschlichem Wohlbefinden beizutragen. Selbstredend, dass eben jene „berufenen Führungskräfte“ auch plötzliche Hindernisse und Herausforderungen annehmen, den Weg in die Zukunft vorleben und die jeweilige Strategie im Blickfeld behalten.

Nicht warten, sondern machen – der einzige Beweis für das Können ist das Tun!

Ich wünsche, dass „Bewusst.Raiffeisen.Österreich“ und die Führungskräfte den Zugang zu „lebendigen“ Führungsmethoden wie beispielsweise die der Positiven Psychologie (PP) und Positive Leadership mit einer Selbstverständlichkeit in ihr Führungsrepertoire aufnehmen.

Bewusst.Raiffeisen – Dankeschön.

Ich habe die Herausforderung angenommen, sehe meine Aufgaben weitestgehend als erfüllt und bedanke mich bei allen Menschen, die mir in meiner Funktion als Obmann begegnet sind.

Die Vergangenheit ist vorbei, man kann sie nicht festhalten – nur daraus lernen.
Das Heute zählt für die Zukunft. (PP)

Wolfgang Moosbrugger

Peter Sapl
Edwin Grubert

Vorwort der Geschäftsführung

Sehr geehrte Damen und Herren!

COVID-19 hat in vielen Bereichen unseres Lebens zu einem Umdenken geführt. Gerade in Krisenzeiten besinnen wir uns wieder jener Werte, die beständig sind. Deshalb sollten wir die Pandemie als Chance und Ausgangspunkt für einen globalen Wandel hin zu mehr ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit nutzen.

Genossenschaften tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei. In einer Welt der hochgradig globalisierten Wirtschaft mit langen und komplexen Wertschöpfungsketten ist diese Rechtsform kaum zu finden. Genossenschaften agieren regional. Ihre Konzeption ist auf Langfristigkeit, Stabilität und damit auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Der Aspekt der sozialen Ausrichtung ist der Genossenschaft quasi innewohnend, zumal diese Gesellschaftsform ja gerade diesen Gesellschaftsbereich anspricht – was einer nicht vermag, das vermögen viele.

Unser Bestreben ist die Verbreitung der Gesellschaftsform der Genossenschaft. Wir sind der Überzeugung, dass die Genossenschaftsform künftig sehr gut zu den Themen Regionalentwicklung, Energieversorgung sowie dem sozialen Bereich passt. Im Jahr 2019 haben wir versucht, durch die Gründung von „Projekt- und Strukturgenossenschaften“ regionale Entwicklungen zu unterstützen. Erste Erfolge in diesem Zusammenhang sind bereits zu verzeichnen.

Die nationale Umsetzung der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie (EU) 2019/944 wird die Gründung von Energiegemeinschaften in Form von Genossenschaften ermöglichen. Parallel fordern wir, dass der Gesetzgeber eine Möglichkeit schafft zur Umgründung von Vereinen in Genossenschaften im Rahmen einer Gesamtrechtsnachfolge. Mit diesem Instrument wollen wir im sozialen Bereich Fuß fassen. Unsere Forderung ist nun als Agenda-Punkt im Programm der Bundesregierung zu finden.

Als Raiffeisenverband Tirol ist es uns wichtig, unsere bestehenden Mitgliedsbetriebe ebenso wie die Neugründungen mit unserer Beratungskompetenz optimal als Partner zu begleiten. Wir bemühen uns, den Bedürfnissen unserer Mitglieder durch situatives und vorausschauendes Handeln zu entsprechen.

Wir nutzen unser Netzwerk aller Raiffeisenverbände in Österreich, um gemeinsam Entwicklungen voranzutreiben. Aus dieser Kooperation ziehen wir Kostenvorteile und Effizienzgewinne.

Wir haben uns als Tiroler Verband im Jahr 2019 organisatorisch verändert. Diesen Prozess haben wir Mitte 2020 abgeschlossen. Beförderungen von jungen, hoch qualifizierten Mitarbeitern in Führungspositionen sowie Nachbesetzungen von in den Ruhestand getretenen Mitarbeitern mit jungen, engagierten Kollegen machen den Raiffeisenverband Tirol ein Stück weit moderner.

Insgesamt blicken wir auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück, in dem wir den Raiffeisenverband wieder weiterentwickelt haben. Wir setzen auf Bewährtes, sind aber Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen, um unseren Mitgliedsbetrieben moderne, hoch qualitative Dienstleistungen zu guten Preisen zu bieten. 

Peter Sapl

Edwin Grubert